Andreas Umbaubericht
Hier die kleine Entstehungsgeschichte dieser Maschine.
Angefangen
hat alles bei einem Urlaub in Florida. Besonders ein Besuch bei Harley- Davidson
in Daytona hat mich dann überzeugt: Es mußte ein V2-Motor in Form eines Choppers
sein. Zurück in Deutschland war mir natürlich klar, daß ich mir eine Harley
nicht leisten kann. Gebrauchtpreise um die 25.000,- DM machten die Sache
unerschwinglich.
Ein Arbeitskollege von mir zeigte mir dann seine VN800A und
die gute Verarbeitung dieser Maschine. Sie gefiel mir von Anfang an. Meine
Maschine habe ich mir dann kurz danach zu einem guten Preis 1999 gebraucht
gekauft (Baujahr 1996).
Als erstes vermachte mir mein Kollege seinen Lenker,
ein Fehling Dragbar mit 820 mm Breite. der war wirklich schöner als der
hochgezogene Originallenker. An diesem Lenker hängt noch eine besondere
Geschichte:
Dieser Lenker hat auf einer anderen VN800 schon einmal die
Strecke zwischen Chicago und Los Angeles, die berühmte Route 66, hinter sich
gebracht. Dieses Teil hat also wirklich den 'American Spirit' in sich. Letzten
Sommer dann ging mir die Auspuffanlage kaputt, daß Innenrohr ist einfach
abgefault. Und so suchte ich eine neue im Zubehörhandel. Sie sollte aus
Edelstahl sein, TÜV zugelassen und einen satten V2-Sound bringen. Fündig wurde
ich bei Fechter Drive. Die bieten Anlagen von Falcon an. Edelstahlrohre,
Alutopf, EG-Prüfzeichen und ein sonorer Sound war genau das richtige für die
VN800. Im Nachhinein muß ich allerdings sagen, daß die Anlagen von Vance &
Hince um einiges besser aber auch wesentlich teurer sind.
So langsam hatte
mich ein Fieber Namens 'Customizing' gepackt und ich entschied, daß als nächstes
die Gabelbrücke ausgetauscht werden soll. Dort traf die Wahl auf eine
ultrabreite Gabel von H&M-Design aus Billetaluminium. Es gibt, von der
Verarbeitung her, keine bessere. Sie sieht einfach Klasse aus und macht die
VN800 durch Ihre 5° Reckung um etwa 6-7 cm länger.
Von Zeit zu Zeit gab es
dann noch ein paar Kleinigkeiten für die optische Aufwertung. Hier sollte vor
allem der Preis Stimmen. Die Fußrasten und Griffe habe ich mir bei Hein Gericke
zugelegt. Sie sind aus verchromtem Alu und haben einen vernünftigen Preis. Die
Spiegel sind von Detlef Louis. Man muß hier die beiden Kataloge mal ein
bischen vergleichen, mal ist der eine, mal der andere billiger. Man kann
natürlich auch Griffe bei H&M-Design in Bocholt kaufen aber dann muß man für
das Paar etwa 200,- DM berappen.
Wie gehts nun weiter? Als nächstes kommt
jetzt ein dickes Hinterrad rein. Hier nehme ich aber nicht das maximal in die
Originalschwinge passende 170'er Hinterrad sondern bei mir soll es richtig breit
werden:
Ein 200'er! Das ist zwar schweineteuer aber ihr wißt ja, das
obenerwähnte Fieber... Na und dann kommt noch ein Hyper-Charger. Allerdings
verstehe ich nicht, warum der ca. 300,- DM teurer ist als für eine Harley ?!?
Eine vorverlegte Fußrastenanlage wäre auch schön, kann ich aber bei meiner
Körpergröße von 1,70 m vergessen. Dann komme ich nämlich nicht mehr an die
Pedale. Es sei denn, jemand kann mir eine liefern, die nur etwa 9cm nach
vorne verlegt ist.
Wenn Ihr jetzt noch Fragen habt, schreibt mir einfach eine
E-Mail unter lowrider@vn800.de.
Ich kann
Euch auch mit Tipps und Tricks weiterhelfen. In diesem Sinne: a bikers work
is never done....
Gruß Andreas!
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Angefangen hat alles mit der Überlegung nach einem breiteren
Hinterrad. Ein anständiger Chopper muß vorne eine Asphalttrennscheibe haben und
hinten eine Walze. Jetzt bot sich mit der Serienschwinge die Möglichkeit bis
max. 170'er Reifengröße. Ich habe mir die Sache bei einem Freund angesehen und
stellte die Überlegung an, ob es nicht noch breiter geht. Eines Tages fiel mir
dann eine alte 'BIKERS live' in die Hände. Dort hatte jemand an einer VN800
einen Schwingenumbau von einer Fa. TTS machen lassen. Nach einholen von Preisen
und dem was wirklich alles benötigt wird außer der neuen Schwinge stand mein
Entschluß fest:
Komplettumbau! Was wurde erneuert?
- die Schwinge
wurde gegen eine TTS-Schwinge getauscht
- die Originalfelge gegen eine
7.00"x15"-Edelstahlfelge von TTS
- als Reifen wurde ein Metzeler ME88
Marathon in 200/70/15 eingesetzt
- der Fender wurde durch ein Stahlheck von
TTS ersetzt
- die Antriebskette wurde gegen eine etwas längere O-Ringkette
getauscht
- die Blinker durch Ochsenaugen von Hella (inkl. Blinkrelais)
-
das Nummernschild bekam einen Edelstahlhalter mit ultraschmalem Cateye
- der
Bremszug mußte gegen einen durchgehenden Seilzug getauscht werden
- der
Auspuffhalter wurde gegen eine Eigenkonstruktion ausgetauscht
- die Sitzbank
mußte auch erneuert werden (Eigenbau)
Wie kam alles zusammen? Nun, das
Hinterrad und die Schwinge dauerte statt der versprochenen zwei Wochen
Lieferzeit dann vier. Die Schwinge ist sehr gut verarbeitet, mußte aber lackiert
werden. Es gab ein kleines Passproblem beim Einsetzen des Federbeines, was aber
mittels einer Flex
beseitigt werden konnte. Solche Anpassarbeiten können bei
Einzelanfertigungen vorkommen. Aus Toleranzgründen werden auch die
Abstandsbuchsen über der Hinterachse nicht mitgeliefert. Sie werden entsprechend
der Spur und der Achsschenkel individuell aus Edelstahl angefertigt. Bremszug
und Tachowelle mußten neu verlegt werden, damit sie nicht am Reifen schleifen.
Nachdem ich nun das Hinterrad und die Schwinge eingebaut hatte wurde noch eine
Auspuffhalterung von mir
geschweißt, da es für meinen Falcon-Auspuff
(Fechter) keine passende Halterung gab (ist halt nicht Serie). Nun wartet ich
wieder vier Wochen, bis mir TTS endlich mitteilte, daß die Fehlende Fenderbrücke
nicht gefertigt werden konnte, da der Lieferant die Laserschablone
verschlampt
hat. Ich habe also meine VN nach Westerkappeln zu TTS gefahren
(auf 'nem Hänger). TTS selber ist eine sehr saubere Harley-Werkstatt, der auch
sehr gute Umbauten macht. Die Jungs dort, besonders Thorsten, sind schon sehr
fit. Jedenfalls habe ich meine VN fast eine Woche später, an einem
Samstag,
wieder abgeholt. Thorsten hatte den ganzen Tag an der Maschine geschraubt, um
den Heckfender anzupassen. TÜV war auch komplett eingetragen (Einzelgutachten).
Jedenfalls habe ich meine Maschine unlackiert und mit nur aufgesteckter alter
Sitzbank 200 km zurückgefahren. Jetzt war für mich noch eine letzte Anstrengung
notwendig. Fender Lackieren und Sitzbank bauen. Dann noch die Eintragungen in
den Schein überschreiben lassen und mit der Versicherung
eine Deckung
abklären. Soweit zum Umbau.
Vom Fahrverhalten hat sich kaum etwas geändert. Nur, daß man sich
in Rechtskurven etwas weiter reinlegen muß, da das Rad hinten aus der Mitte
versetzt ist. Ansonsten nur Spaß und bewundernde Blicke. Aber urteilt selbst,
hier sind ein paar Fotos, und ich finde, der Bock ist einfach nur geil geworden.
Bei Fragen könnt ihr mich gerne anmailen unter andreas.klafft@cityweb.de.
Gruß
Andreas
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Hallo Jürgen,
wie versprochen, kommt hier das 'making of' meines Airbrushs am Beispiel der Tanklackierung.
Als erstes kommt natürlich das Schleifen. Damit die Farbe richtig
hält und sich auch sauber verteilt, muß der komplette Tank geschliffen werden.
Ich benutze dazu ein 1000'er Naßschleifpapier. Dadurch wird die Oberfläche
gerade ganz leich aufgeraut. Naß schleifen hat sich hier besser als trocken
schleifen, da kein Staub entsteht. den kann man beim Lackieren gar nicht
gebrauchen.
Nach dem Schleifen muß der Tank so aussehen, wie oben gezeigt.
Die ganze Oberfläche muß absolut matt sein. Ab diesem Stadium muß man sehr
aufpassen, daß man die Oberfläche nicht mehr mit den Fingern berührt. Jeder
Fettabdruck macht sich hinterher durch nichthaftenden Lack bemerkbar. Um sicher
zu gehen, daß die Oberfläche auch Fettfrei ist, habe ich sie nach dem Schleifen
mit Isopropylalkohol abgerieben. Dieser verdunstet rückstandsfrei und entfettet
wirklich gut
Nach dem Schleifen wird der komplette Tank mit Maskierfolie
bezogen. Sie dient als Schablone für das Motiv. Links sieht man, wie ich eine
Papierschablone auf die Folie geklebt habe. Mit einem Skalpell wird die Kontur
nachgefahren und die Folie dann ausgelöst. Maskierfolie hat den Vorteil, daß sie
nur sehr schwach klebt und den Untergrund nicht zerstört. Die ausgeschnittenen
Teile werden sauber aufbewahrt. Sie werden Teilweise wieder eingesetzt, um
Schattierungen und Kanten spritzen zu können. Das Spritzen mit der
Airbrushpistole sieht natürlich ganz schön wild aus, aber keine Angst, es ist ja
alles 'maskiert'. Als Untergrund wurde eine komplette Schicht weiß gespritzt.
Dadurch kann man hinterher besser 'lasierend' (transparent) spritzen. Zwischen
den einzelnen Schichten sollte die Farbe einige Stunden trocknen. Ein
Haartrockner hilft die ganze Sache etwas zu beschleunigen. Als Farbe wurde
übrigens Aerocolor von Schminke verwendet, eine wirklich gute Airbrush:
Jetzt
habe ich die Maskierung für das Ornament entfernt. Da das nicht das komplette
Airbrush war, muß noch einmal mit Folie überklebt und erneut die Kontour mit dem
Skalpell nachgeschnitten werden. Danach wird dann das Muster für den Hintergrund
ausgeschnitten.
Es sieht zwar nicht so aus, aber das ganze gibt eine
Rallyfahne. Die schwarzen Striche sind Schatten, die durch das Ornament und
Falten in der Fahne erzeugt werden. Man braucht schon eine gute
Vorstellungskraft, wenn man die Position der Schatten und die Intensität genau
hinbekommen möchte. Nach dem letzten Spritzgang kann die komplette Folie
entfernt werden. Das Ergebnis kann sich dann sehen lassen
Auf den Fotos sieht
die ganze Sache toll aus. Leider mußte ich noch ein paar Korrekturen vornehmen,
da sich an manchen Stellen die Farbe abgelöst hatte (Fettfinger!). Wenn das
Motiv trocken ist (ca. 24 Stunden), kann mit dem Klarlack begonnen werden. Ich
habe hier als erstes drei Schichten naß-in-naß gespritzt (ca. 30 min Trockenzeit
zwischen den Schichten). Als Klarlack wurde Acryllack der Fa. Auto-K benutzt.
Der ist in einer 400ml Dose und kostet teilweise unter 5,- Euro. Danach habe ich
den Lack ersteinmal durchtrocknen lassen (24 Stunden). Durch das Maskieren und
den Airbrushlack ergeben sich Erhebungen, die besonders an den Kanten unsauber
aussehen. Deswegen erst noch einmal anschleifen, also den kompletten Tank noch
einmal mit 1000'er Naßschleifpapier planziehen. Die Klarlackschicht ist jetzt
schon so dick, daß man das bedenkenlos machen kann ohne das Motiv zu zerstören.
Zum Schluß habe ich noch zwei Schichten Klarlack drübergezogen. Dadurch ergibt
sich eine absolut hochglänzende Oberfläche. Wie das ganze dann komplett fertig
am Bike aussieht, könnt ihr demnächst hier sehen, Wenn die Bilder fertig sind.
Gruß Andy
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Der
Winter 2001 / 2002 war wie immer viel zu lang. An meinem Bike mußte noch einiges
passieren. Mein Traum ist eine Art Showbike, daß aber auf der Straße auch noch
fahrbar ist. Was liegt also näher, als dem Hobel ein anständiges Airbrush zu
verpassen. Nachdem ich mir die Preise von einigen Airbrushstudios eingeholt
hatte, stand mein entschluß fest, die
ganze Sache selbst in die Hand zu
nehmen. Ein Bischen hatte ich schon mit der 'Luftpistole' geübt. Mir fehlte nur
noch ein brauchbarer Kompressor. Dadurch ergab sich für den ganzen Spaß ein
Kostenaufwand von ca. 150,- Euro für die Pistole (Conrad-Electronic) und den
Kompressor (OBI) zusammen. Sicher: Die Lackierung sieht vielleicht nicht ganz
so
professionell aus, aber ein professionelles Airbrush kostet ab 500,- Euro
aufwärts. Ich denke, daß ich hier Einiges gespart habe. Wie dieses Airbrush
entstanden ist, könnt ihr an anderer Stelle auf dieser Page lesen. Was ist noch
neu? Er ist zwar nicht mehr ganz neu, aber bei meinen Umbauberichten hatte ich
den Hypercharger noch nicht erwähnt gehabt.
Leider hat mich der ganze Spaß
einen Haufen Zeit gekostet, bis ich endlich die richtige Abstimmung gefunden
habe. Zum anderen habe ich inzwischen erfahren, daß es in Deutschland inzwischen
zwei Versionen dieses Luftfilters gibt: Bei der einen gehen die Klappen beim
Gasgeben auf und bei der anderen zu. Ich fahre die aufgehende Version. Nach
einigen Recherchen im Internet (z.B. unter www.vroc.org) habe ich nun eine
Hauptdüse mit 168 Durchmesser, die Leerlaufdüse auf 50'er Durchmesser
aufgerieben und die Leerlaufgemisch-Einstellschraube etwa 2 Umdrehungen
herausgedreht. Damit läuft die Maschine gut. Ab und an gibt es mahl ein paar
Mucken bei Gegenwind, der HC ist doch etwas windempfindlich. Nochmal der
Hinweis: Die hier genannten Einstellungen gelten nur für den HC, der sich beim
Gasgeben öffnet! Als nächstes habe ich meine Auspuffanlage ausgewechselt. Ihr
habt bestimmt die Probleme mitbekommen, die hier einige Leute mit
Fechter-(Falcon-) Anlagen hatten. Auch bei mir haben sich die Krümmerrohre
unsauber gefärbt. Hinzu kam, daß sie sich nihcht abdichten ließ. Deswegen habe
ich jetzt in den sauren Apfel gebissen und mir eine Supertrapp-Anlage
installiert. Über den Preis wollen wir hier besser nicht reden, der ist echt
Harley-like. Die Fa. Kesstech modifiziert diese Anlagen und dadurch erhalten sie
eine EG-Zulassung. Außerdem ist sie Soundmäßig einzustellen. Das ist zwar in
Deutschland nicht ganz
legal, klingt aber geil.
Um die Frontansicht der
breiten Gabel noch etwas zu verbessern, habe ich noch die wunderschönen
Standrohrcover von HM-Design angebaut. Dadurch wirkt die Gabel noch breiter und
sehr edel. Jetzt sieht die Sache fast wie eine Upside-Down-Gabel aus. Allerdings
gab es jetzt das nächste Problem. Die Tauchrohre der Kawa haben einen Schliff
drauf und sind lackiert. Dadurch passten sie farblich und optisch überhaupt
nicht mehr zur Gabel. Was tun? Ich habe mir dann die riesige Arbeit gemacht, die
Tauchrohre komplett abzuschleifen und zu polieren. Wer sich daran wagen will, es
hat mich zwei komplette Wochenenden an Arbeit gekostet. Aber es hat sich
gelohnt. Wie ihr an den Bildern sehen könnt, passt jetzt allesoptisch
perfekt zueinander.
So, das solls jetzt erst einmal gewesen sein. Noch steckt
der Virus in mir. Jetzt kommen noch ein paar Änderungen, die nicht so zu sehen
sind wie z.B. Stahlflexbremsleitung, progressive Federn vorne, neues Federbein
hinten, etc. ...........
Aber seht euch erst einmal die Bilder an und urteilt
selbst.
Fragen beantworte ich gerne unter andreas.klafft@cityweb.de.
Gruß
Andy
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