Umbau VN 800 A

 

Eigentlich wollte ich schon immer eine HD, war aber nach einer Probefahrt mit einer Sporti nicht mehr so davon überzeugt. Ich musste feststellen, dass es einen Unterschied gibt zwischen „HD Haben“ und Motorradfahren. Also suchte ich eine Maschine, die zumindest von der Optik dem glich, was ich wollte. Als ich die VN 800 A, die seit einem Jahr im Freien stand, schon seit 15 Monaten abgemeldet und ohne TÜV war, im August 2002 gekauft habe, dachte ich eigentlich: „Ich hab’s !“ Das Hinterrad war abgefahren, im Tank befand sich eine Beule und die Kupplung rutschte (falsches Öl) durch. Also alles gar nicht so schlimm.

Nach einer Woche Schrauben, Putzen, Polieren und Beseitigung der Mängel gab es dann schon einen TÜV – Bericht ohne Mängel. Da ein Fahrzeug, das länger als 18 Monate abgemeldet ist, einen neuen Brief benötigt, beschloss ich das Motorrad 2002 auch noch anzumelden.

Mit diesem Gedanken fing alles andere eigentlich an, denn mit jedem Tag, an dem ich die Maschine sah, bekam ich eine neue Idee.

Nach vielen Stunden im Internet und einigen Zubehörkatalogen ging es dann los. Innerhalb von einigen Tagen kam ich mir bei „ebay“ schon vor wie ein Stammkunde und innerhalb einiger Wochen hatte ich bei Hein Gericke, Louis, Polo und Kawa – Händler Boening ohne Ende eingekauft.

 

Kennzeichenhalter

 

Das Erste, was ich umbauen wollte, war das Kennzeichen. Die Größe sollte 20 x 20 sein und das Ganze noch als Saisonkennzeichen. Dann dachte ich, warum eigentlich nicht an der Seite, soll ja wieder erlaubt sein. Also Edelstahlteile besorgt, diese entsprechend geschnitten, gebogen und bei einer Schlosserei schweißen lassen. Nachdem das Teil poliert und angebaut war, ging es zum Werkstatt – TÜV und danach zur Zulassungsstelle. Die Abnahme und das Eintragen ohne Gutachten oder Herstellerbescheinigung war kein Problem. In Brief und Schein steht jetzt nur Kennzeichen seitlich befestigt. Eine richtige Überraschung war nur die Kennzeichengröße, die mir der Zulassungsbeamte, nachdem ich von meinem Umbau erzählte, anfertigen ließ. Hier bekam ich ein Kennzeichen der Größe 23 x 13,5 und das sogar als Saisonkennzeichen. Das Kennzeichen ist echt schön, mein teurer Edelstahlhalter aber umsonst. Den konnte ich wegen der Größe grade neu anfertigen.

 

Heckfender

 

Da stand sie nun in der Garage mit kleinem seitlichen Kennzeichen, aber das Heck passte irgendwie nicht mehr dazu.

Das neue Heck sollte nicht schmaler als das alte werden, da die Maschine im Sitzbereich sehr breit wirkt und diese Linie weitergezogen werden sollte. Nachdem das Original demontiert und ein 200 mm breiter Heckfender besorgt war, hatte ich auch schon eine Idee für die Befestigung.

Hierfür nahm ich einen Bogen Bastelpappe und schnitt mir entsprechende Struts zurecht. Die Pappe brachte ich zu einer Schlosserei, die mir diese Form aus 6 mm starkem Material mit einem Schneidbrenner herausschnitt.

 

Da sich die Teile nicht einfach so anpassen ließen, musste ich sie an den Biegekanten leicht einschneiden und die Schnittstellen wieder verschweißen. Danach verbrachte ich einige Tage mit Flexen, Schweißen und Schleifen, bis das Heck fertig war.

 

Sitz

 

Das Heck entsprach nun meiner Vorstellung, die Sitzbank aber nun mal gar nicht mehr. Nachdem ich mich zum Thema Sitz über Form, Farbe und Preise kundig gemacht hatte, kam es auch hier zum Eigenbau.

Also wie gehabt wurde die Form aus einer Bastelpappe angefertigt und dann aus 1,5 mm starkem Edelstahlblech geschnitten, gebogen und gedengelt. Zum vorderen Arretieren wurde wie bei der Originalsitzbank ein Vierkantrohr angeschweißt, was sich unter die Tankbefestigung schieben läßt. Hinten zum Heck benutzte ich einfach breite Klettverschlussbänder. Als die Grundplatte für den Sitz angepasst und fertig war, gefiel mir das aber dann so doch nicht. Also auch hier das Ganze noch einmal. Aber diesmal entfernte ich vorher die original Sitzbankauflage, womit mein neuer Sitz gut 5cm tiefer wurde. Die darunterliegenden Elektroteile montierte ich komplett hinter dem rechten Seitendeckel. Das Ganze kam dann zur Sattlerei und war für 100 Euro komplett.

 

Auspuff

 

Optisch war nun alles passend, aber der Originalauspuff (braucht man für TÜV ) war nun länger als das Heck. Hierzu fand sich schnell was bei einem Kawa – Händler in der Nähe. Klein, kurz und laut, aber schön.

 

Rücklicht

 

Was mir viel mehr Kopfzerbrechen machte als das Heck oder der Sitz war seltsamerweise das Rücklicht. Es sollte schön klein sein und zur Maschine passen. Cateye hieß das Teil, was ich mir da zugelegt hatte. Am hinteren Gehäuseboden sieht man die Birnenfassung mit Kabelstrang zwischen zwei Befestigungsstehbolzen. Hierfür hab ich wirklich verdammt lange überlegen müssen, bis ich die passende Idee hatte. Ein in sich geschlossenes Gehäuse mit Kabelführung nach unten und in einer Deckelseite Bohrungen, in denen die Fassung und die Schrauben verschwinden. Hierzu schnitt ich aus 0,8 mm Karosserieblech zwei Blechscheiben in Form und Größe der Rücklichtrückseite, wobei eine Scheibe entsprechend der Fassung und Schrauben gebohrt wurde. Auf die spätere Innenseite der Befestigungsbohrungen schweißte ich zwei Muttern ( M6 ). Nachdem die Außenummantelung gebogen war, wurde das Ganze verschweißt, Als Fuß habe ich ein kurzes Stück Rohr verwendet und nachträglich zur Kabelinnenführung in das Gehäuse durchgebohrt. Nun waren nur noch die Schweißnähte zu glätten und das Ganze fein zu schleifen, bevor es auf das Heckteil mittig aufgeschweißt wurde. Zur Befestigung des Rücklichtes musste ich nun allerdings die vorhandenen Stehbolzen entfernen und durch Schrauben ersetzen. Hierfür ist es erforderlich, dass man den Reflektor erst zur Seite biegen und anschließend wieder in Position bringen muss.

 

Vorderrad

 

Letzte größere Veränderung war nun das Vorderrad von 21“ auf 16“. Zuerst habe ich bei einem Kawa – Händler nachgefragt, der dafür 410 Euro haben wollte. Mit dem Gedanken, dass dieses auch günstiger gehen muss, hab ich dann Kawasaki selbst angeschrieben. Die haben mir schriftlich bestätigt, dass es keine Probleme gäbe ein 16“ Vorderrad einzubauen. Beim Verwenden eines Vorderrades der Classik wären lediglich die zwei Kugellager in der Radnarbe auszutauschen und der TÜV würde das Ganze unter der ABE G986 Nachtrag 1 eintragen. Dann hab ich eine Zeitlang in „ebay“ usw. nach passenden Umbauteilen gesucht.

An dieser Stelle noch mal Dank an Rüdiger und muffty, denn im VN 800 Forum gab es die Felge und auch gleich einen passenden Reifen. Zuzüglich meiner Radnabe aus dem 21“ Rad gab ich das Ganze zum Einspeichen mit Edelstahlspeichen und hatte so mein 16“ Vorderrad für runde 220 Euro.

 

Zündspulenhalter!

 

Ich hoffe, das der Halter für die Zündspule nun vorerst wirklich das letzte ist bis zum nächsten Herbst. Die Idee zu diesem Teil habe ich aus dem Technik Forum indem Topper dieses Teil der Firma Lexx beschrieben hat. Als dann noch King Ralf und Muffty Interesse an diesem Teil hatte Hab ich mich an diesem Forum beteiligt.

Das Ergebnis, und damit bis zum nächsten Herbst zu warten, konnte ich natürlich wieder nicht abwarten.

Bedingt durch die Tatsache das ich bei meinem Umbau ja schon die Hupe unter einem Cover auf der linken Seite der Maschine hatte und behalten wollte, brauchte ich nur einen Halter der dazu Paste.

Also habe ich mir eine 10 mm Aluminiumplatte besorgt und mir Gedanken über die Form des Halters gemacht.

Mit der Standbohrmaschine und einer Bandsäge war der Rohling schnell erstellt. Danach ging es dann aber mit der Arbeit los. Zuerst wurde das Teil mit der Schrubbfeile und dann mit der Schlichtfeile einige Stunden Bearbeitet. Danach ohne Ende mit Schleifpapier der Körnung 100 / 220 / 400 / 800 und 1000 behandelt. Nach einem zufriedenstellenden Ergebnis noch etwas mit Politur abgerieben und hinter die Hupe gesetzt. Die Zündspulen bekamen dann noch etwas Farbe, die Kabel Hab ich von Louis ( werde das ganze wohl wieder Schwarz machen) und fertig war das Teil für hinter die Hupe. Ist zwar Geschmacksache aber zumindest 100 % Handarbeit und somit ein Einzelstück.

 

Allgemein

 

Danach gab es beim Fertigstellen der Maschine ( außer selbstgemachten ) keine größeren Probleme mehr.

Als Scheinwerfer wollte ich den kleinsten den es gibt. Bei einer Auktion im „ebay“ wurde dieser Wunsch auch erfüllt. Kleiner Rechteckscheinwerfer für 115 Euro mit blauem Glas und hochglanzpoliertem Alu.- Gehäuse. Dazu kam noch das Anfertigen von einer Aluminiumaufnahme passend für die Gabelbrücke, die mich 20 Euro kostete. Nach der Montage des edlen Teiles passte das aber nicht zum Stil der Maschine und wurde dann durch zwei Indian Styl Scheinwerfern ersetzt.

Die komplette Elektrik von Scheinwerfern und Blinkern habe ich unter den Tank verlegt. Ach ja, die Blinker ! Als die Kellermänner voller Stolz vorne und hinten montiert waren, musste ich noch zwei handelsübliche Widerstände wegen der erhöhten Blinkfrequenz dazwischen klemmen.

Die Hupe zur Seite verlegen geschah mit zwei 6 mm Stahlstäben an deren einem Ende jeweils eine Unterlegscheibe angeschweißt wurde. Die Stäbe mit den Unterlegscheiben hab ich an der Originalbefestigung des Luftfiltergehäuses unter dem Tank befestigt, nach außen neben den Treibstoffhahn gebogen und an diesem Ende eine Mutter angeschweißt. An dieser Mutter wurde nach Verlegung der Kabel dann die Hupe samt Cover montiert.

Als vorerst letztes baute ich mir aus einem alten Metallmotorrad von Matschbox einen eigenen Zündschlüssel.

Habe aber, abgesehen davon, dass ich noch ein dickes Hinterrad besitzen möchte, schon einige Ideen für weitere Veränderungen.

Gruß Reiner

 

An und Umbau – Teile

 

Achskappen vorne   Blinker vorne   Rücklicht

Achskappen hinten  Blinker hinten Kennzeichenhalter

Vorderrad  Sitz   Zündschlüssel

Frontfender  Kühlergrill

Heckfender   Ölfiltergehäuse

Lenker   Öltemperaturanzeige

Bremszylinderdeckel Hupen - Cover

Spiegel  Werkzeugrolle

Scheinwerfer   Toolbox